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Mit Griffschrift Klavier lernen

Wir untersuchen, wie Amateurmusiker:innen mit der konventionellen Musiknotation umgehen. Einige der besten Musiker:innen haben Probleme beim Lesen von regulären Violin-/Bassschlüsseln und Tonartvorzeichen. In diesem Zusammenhang sind wir an dem Potenzial von alternativer Musiknotation für das Klavier interessiert, welche auf der Struktur der Klaviatur basiert, mit sieben weißen und fünf schwarzen Tasten pro Oktave. Wir erforschen, wie Amateurmusiker:innen mit einer solchen Notation umgehen - insbesondere ältere Musiker:innen. Angesichts der zunehmenden Zahl von Menschen im Ruhestand und der Bedeutung der Förderung ihrer Lebensqualität ist diese Frage von aktueller Bedeutung.

Können Sie Klavier spielen, haben aber Schwierigkeiten beim Lesen von Klaviernoten?

Viele berühmte Musiker:innen konnten keine Noten lesen. Internetquellen zufolge gehören Irving Berlin, Aretha Franklin, Elvis Presley, Michael Jackson, Tori Amos, Eric Clapton, Jimmi Hendrix, Lionel Ritchie, Taylor Swift, Bob Dylan, die Beatles und die Bee Gees dazu.

Selbstverständlich konnten alle diese Musiker:innen bis zu einem gewissen Grad Noten lesen. Zumindest konnten sie die auf- und absteigenden Noten in der Melodie und die relative Größe der Intervalle erkennen, während sie sangen. Aber viele von ihnen verstanden die komplexeren Aspekte der Notenschrift nicht ganz - was sie nicht daran hinderte, großartige Musik zu komponieren und zu spielen.

Wenn Sie keine Klaviernoten lesen können, befinden Sie sich in guter Gesellschaft. Dieser Text ist für Musiker:innen gedacht, die - aus welchen Gründen auch immer - mit den Violin- und Bassschlüsseln und ihren komplizierten Kreuz-, Be- und Auflösungszeichen nicht zurechtkommen.

Eine kurze Geschichte der Musiknotenschrift

Die konventionelle westliche Musiknotenschrift ist eine große kulturelle Errungenschaft. Sie wurde über Jahrhunderte hinweg schrittweise entwickelt und wird heute für die Notation fast aller Musikstücke verwendet.

Vorzeichen sind ein wichtiger Bestandteil der Notenschrift. Vorzeichen sind Symbole, die die Tonhöhe einer Note verändern, in der Regel um einen Halbton. Kreuze (♯) heben die Tonhöhe an und Be´s (♭) senken sie ab. Kreuze und Be´s bleiben bis zum nächsten Taktstrich in Kraft. Soll vorher zur ursprünglichen Tonhöhe zurückkehrt werden, verwendet man ein Auflösungszeichen (♮). Am Anfang einer Notenzeile sieht man oft ein Bündel von Kreuzen oder Be. Diese bestimmen die Skala oder Tonart, die während des gesamten Stücks oder bis zum Auftreten einer neuen Skala oder Tonart bestehen bleibt.

Als die grafische Musiknotenschrift im 11. Jahrhundert entstand, gab es keine Vorzeichen. Unbegleitete Melodien in der 7-stimmigen diatonischen Tonleiter (ut re mi fa sol la si) wurden grafisch auf einem Notensystem notiert, indem man einige Noten auf die Linien und andere in die Zwischenräume setzte. Auf diese Weise wurde der gregorianische Gesang zum ersten Mal aufgeschrieben. Zuvor hatte man ihn auswendig nach dem Gehör gelernt.

In den folgenden Jahrhunderten wurde die Musik immer komplexer. Nach einiger Zeit konnten alle 12 Töne der chromatischen Tonleiter notiert werden. Dies wurde durch Vorzeichen ermöglicht. 

Die heute verwendete Notation ist etwa im 18. Jahrhundert entstanden. Seitdem wurde eine erstaunliche Menge und Vielfalt von Musik notiert, was die enorme Flexibilität der Standardnotation unter Beweis stellt.

Aber die moderne westliche Standardnotation ist nicht zwingend die beste Lösung für alle Anwendungen. Nehmen Sie zum Beispiel die Gitarre. Die Beziehung zwischen dem, was Sie in einer konventionellen Gitarrenpartitur sehen und der Art und Weise, wie Sie Ihre Finger auf das Griffbrett legen, ist sehr komplex. Deshalb verwenden viele Gitarrist:innen eine Tabulatur, aus der klarer hervorgeht, wo man die Finger ansetzen muss.

Bei der Klaviermusik gibt es ein ähnliches Problem. Die Beziehung zwischen dem, was Sie sehen, und dem, was Sie mit Ihren Fingern tun, ist kompliziert. Wäre die Musiknotation nur für das Klavier entwickelt worden, sähe sie sicherlich ganz anders aus.

Was ist das Problem mit der konventionellen Notation für Klavier?

Auf der Klaviertastatur ist die Note C immer links von den zwei schwarzen Tasten.

Aber in der Musikpartitur sieht die Note C in jedem Register anders aus.

Außerdem kann jede Note auf mindestens zwei verschiedene Arten notiert werden, die als enharmonische Verwechslungen bezeichnet werden. Die Note Cis (C♯) kann als Des (D♭) notiert werden. Die Note C kann als Bis (B♯), C-aufgelöst (C♮) oder Deses (D♭♭) notiert werden.

Kombiniert man das erste Problem mit dem zweiten, kann man 18 verschiedene Notationen für eine und dieselbe Klaviertaste erzeugen:

All diese 18 Notationen kommen in der realen Musik häufig vor. Das Problem wird umso extremer, je komplexer die Musik wird.

Grafische Klaviertabulatur

Die herkömmliche Musiknotation wird manchmal als grafisch bezeichnet, weil sie einer grafischen Darstellung von Tonhöhe zur Zeit ähnelt. Die Tonhöhe ist die vertikale Achse und die Zeit die horizontale Achse.

Die herkömmliche Musiknotation ist auch symbolisch, weil sie Symbole enthält, die besondere Bedeutungen haben. Zu den Tonhöhen-Symbolen gehören Bass- und Violinschlüssel sowie Vorzeichen (Kreuz, B und Auflösungszeichen). Zu den Zeitsymbolen gehören Taktarten, Taktstriche und Notenwerte (ganze Note, halbe Note, Viertelnote, Achtelnote usw.).

Eine Möglichkeit, Klaviernoten leichter lesbar zu machen, besteht darin, sie grafischer und weniger symbolisch zu gestalten - eher wie ein Diagramm. Die Tonhöhe entspricht dann eher der vertikalen Dimension und die Zeit der horizontalen Dimension. In der Vergangenheit haben erfinderische Musiker dies auf verschiedene Weise getan und Notationen geschaffen, die wir als grafische Klaviertabulaturen (oder Klavier-Griffschrift) bezeichnen könnten. Mit „Tabulatur“ meinen wir eine Notation, die für ein bestimmtes Instrument konzipiert ist, wie z. B. die Gitarrentabulatur. In grafischen Klaviertabulaturen entsprechen die Notenlinien in der Regel den schwarzen Tasten und die Leerzeichen den weißen Tasten.

Die Version der Klaviertabulatur, die wir hier vorschlagen, heißt Keyboard Trigram, weil sie für Klavier gedacht ist und auf einem dreizeiligen Notensystem (Trigram) basiert. Ein Notensystem ist eine Gruppe von parallelen, gleichmäßig verteilten horizontalen Linien. Das fünfzeilige Notensystem der herkömmlichen Musiknotation wird manchmal auch als Pentagramm bezeichnet.

Im Keyboard Trigram sieht die Note C immer so aus:

Das Trigram entspricht den Gruppen von drei schwarzen Tasten. Die kurzen Linien (Hilfslinien) entsprechen den Zweiergruppen. Auf der Klaviatur befindet sich die Note C direkt links von einer Zweiergruppe von schwarzen Tasten. In der Notation befindet sich die Note C dementsprechend direkt unter den beiden Hilfslinien.

Eine vollständige moderne Klaviertastatur hat etwas mehr als 7 Oktaven und enthält 8 Cs. Das tiefste C nennen die Amerikaner:innen C1 (auf Deutsch wäre das CC); das höchste C ist C8 (auf Deutsch: c5). C2 entspricht dem deutschen C, C3 dem c, C4 dem c1 und C5 dem c2). Im Keyboard Trigram sehen diese 8 Cs alle gleich aus, abgesehen von ihrer Position im Verhältnis zu den bekannten konventionellen Violin- und Bassschlüsseln.

In der konventionellen Notation beziehen sich die Begriffe „Violinschlüssel“ und „Notenlinien“ auf ein fünfzeiliges Notensystem, dessen Linien den Tonhöhen E4, G4, B4, D5 und F5 entsprechen. Streng genommen bezieht sich der Violinschlüssel (auch G-Schlüssel genannt) nur auf eine dieser Tonhöhen: G4. In ähnlicher Weise bezieht sich der Bassschlüssel (auch F-Schlüssel genannt) auf F3. Die Bedeutung dieser Schlüssel ist im Keyboard Trigram dieselbe. Die Innenseite des geschweiften Teils des Violinschlüssels ist auf G4 ausgerichtet, und der Raum zwischen den beiden Punkten im Bassschlüssel ist auf F3 ausgerichtet.

Das Keyboard Trigram bietet eine zusätzliche Möglichkeit, sich auf der Tastatur zu orientieren. Die Taktstriche (die vertikalen Linien zwischen den Takten) decken immer den Bereich ab, den Sie oben sehen: die vier Gruppen von drei schwarzen Noten, die dem mittleren C (C4) am nächsten sind. Genauer gesagt umfassen die Taktstriche immer den Bereich von Fis2 (F♯2) bis B5 (B♭5). Der Ton C4 (c', das mittlere C) liegt also in der Nähe der Mitte jedes Taktstrichs.

Warum sollte man Klaviertabulatur lernen?

Alternative Musiknotationen gibt es schon seit langem. Früher zögerten die Menschen jedoch diese Art von Notationen zu lernen, weil die verfügbare Musik für diese begrenzt war.

Heute hat sich das geändert. Es gibt ein fast unbegrenztes Angebot an kostenloser Klaviermusik in elektronischer Form - zum Beispiel als MIDI-Dateien auf der Plattform Musescore. Um das auszunutzen, haben wir eine App entwickelt, die fast jede Datei in Keyboard Trigram transkribieren kann.

Damit lohnt es sich, eine Klaviertabulatur zu lernen - zum ersten Mal in der Geschichte. Fast jede Musik, die Sie vielleicht einmal spielen möchten, ist bereits in Keyboard Trigram verfügbar. Unsere App transkribiert die beliebtesten Klavierpartituren, egal ob Klassik, Jazz, Pop oder etwas anderes. Zurzeit kann sie nicht mit Musik in seltsamen Taktarten wie 7/8, Musik, die von einer Taktart zur anderen wechselt, oder zeitgenössischer Musik mit ungewöhnlicher Notation umgehen. Daran arbeiten wir noch.

Einige Leute zögern noch immer, eine Klaviertabulatur zu lernen und das ist verständlich. Sie argumentieren, dass die Nutzer:innen der Klaviertabulatur früher oder später ohnehin die konventionelle Notation lernen müssen. Warum sollte man sie also nicht gleich lernen? Unsere App zeigt, dass das nicht unbedingt so ist. Einige Nutzer:innen. der Klaviertabulatur werden später die konventionelle Notation lernen, andere nicht. Wenn die Vorteile der Keyboard-Tabulatur deutlich werden und fast alles in Klaviertabulatur transkribiert werden kann, könnten viele bei der Tablatur bleiben.

 

Wie man die Klaviertabulatur verwendet

Um ein Stück in Klaviertabulatur zu lernen, gehen Sie wie folgt vor.

  • Hören Sie sich eine Aufnahme des Stücks und/oder die MIDI-Datei an, aus der die Notation erstellt wurde.
  • Verwenden Sie die Klaviertabulatur, um die richtigen Noten zu finden. Machen Sie dann den Klang der Aufführung nach.

Was ist nicht in der Klaviertabulatur notiert?

Unsere Notation konzentriert sich auf das, was die meisten Amateurpianist*innen wissen müssen: wo sie ihre Finger auf die Tastatur legen müssen.

Um Unordnung zu vermeiden, lassen wir den symbolischen Aspekt der herkömmlichen Rhythmusnotation weg. Stattdessen markieren wir Taktstriche (als durchgezogene Linien) und Schläge (als gestrichelte Linien). Wir notieren den Beginn (Onset) jeder Note und arbeiten an verschiedenen Möglichkeiten, die Dauer zu notieren. Die Taktstriche liegen genau auf den Notenköpfe, während in der herkömmlichen Notation die Taktstriche sich links von den ersten Noten eines Taktes befinden.

Wir behalten die herkömmliche Unterscheidung zwischen vollen und offenen Notenköpfen bei. Relativ lange Noten (Noten, die länger gehalten werden müssen) werden mit offenen Notenköpfen notiert, andere mit vollen Notenköpfen. Wenn der/die Komponist:in eine halbe oder ganze Note notiert hat, verwenden wir einen offenen Notenkopf, bei einer Viertelnote oder weniger einen vollen Notenkopf.

Unsere Notation zeigt nicht, welche Hand welche Note spielen soll. Die konventionelle Notation tut dies auch nicht unbedingt - denken Sie an Bach-Fugen, bei denen die inneren Stimmen abwechselnd von der linken und der rechten Hand gespielt werden. Aber Sie können Keyboard Trigram Partituren auf die übliche Weise Fingersätze hinzufügen.

Hinzufügen von konventioneller Rhythmusnotation

Es ist möglich, einer Keyboard Trigram Partitur von Hand konventionelle Rhythmus Notation hinzuzufügen. Kopieren Sie einfach die Notenhälse und Balken aus der konventionellen Partitur.

Um eine professionelle Aufführung eines Musikstückes vorzubereiten, müssen Sie sich zuerst mit der Originalpartitur auseinandersetzen. Klären Sie zunächst die Dauer der Töne, indem Sie einige von ihnen als Gedächtnisstütze auf der Klaviertabulatur von Hand markieren. Das bedeutet, dass Sie Notenstämme, Balken und Bindungen kopieren. Sie können auch Phrasenmarkierungen kopieren. Um Unordnung zu vermeiden, markieren Sie nur die Symbole, die Sie kennen müssen. 

Wenn Sie unsicher sind, ob Sie Ihre Tabulatur mit Anmerkungen versehen sollen oder nicht, oder wie viel Sie eintragen sollen, denken Sie daran: Aus historischer Sicht enthielten Partituren nie alle beabsichtigten Details der Aufführung. Wir haben kaum eine Vorstellung davon, wie Mozarts oder Chopins Aufführungen ihrer eigenen Musik tatsächlich geklungen haben, aber wir können sicher sein, dass diese Komponisten viele interessante, aber nicht notierte Ideen über die Aufführung ihrer Werke hatten. Die Anweisungen zu Dynamik, Rubato, Pedale und so weiter, die man in ihren Partituren findet, lassen oft eine Reihe von Interpretationen zu.

Vor- und Nachteile der Klaviertabulatur

Die wichtigsten Vorteile wurden bereits erwähnt. Jedes Oktavregister sieht gleich aus, und es besteht eine Eins-zu-eins-Entsprechung zwischen Symbolen und Klaviertasten.

Platz. Der Platz, den die Notation auf der Seite einnimmt, ist etwa gleich groß wie bei der herkömmlichen Notation. Von links nach rechts bedeutet der Wegfall der Vorzeichen, dass mehr Musik auf eine Zeile passt. Von unten nach oben nimmt das Notensystem vertikal mehr Platz ein als herkömmliche Klaviermusik mit Violin- und Bassschlüssel. Kombiniert man diese beiden Punkte, so nimmt die Notation in der Regel ungefähr den gleichen Platz ein wie die herkömmliche Notation. Musik, die alle sieben Oktaven des Klaviers nutzt, braucht mehr Platz, doch die Beziehung zwischen den Händen und der Tastatur wird deutlicher als in der herkömmlichen Notation dargestellt.

Komplexität. Keyboard Trigram ist nicht nur für einfache Klaviermusik oder für Anfänger:innen gedacht. Es eignet sich sowohl für einfache als auch für komplexe Musik. Die Vorteile werden am deutlichsten bei Musik, die stark chromatisch ist, oder bei Musik, bei der viel auf der Tastatur herumgesprungen wird.

Ist es in Ordnung, eine altehrwürdige Musiktradition zu verändern?

Viele stellen sich diese Frage. In der Tat ändern wir keine Tradition. Die herkömmliche Notation wird keineswegs von Klaviertabulatur berührt, genauso wenig wie von der Gitarrentabulatur.

Doch einige Pianist:innen sind skeptisch. Große Komponist:innen haben ihre musikalischen Ideen in konventioneller Notation niedergeschrieben. Was hätten sie wohl von der Keyboard-Tabulatur gehalten? In den meisten Fällen werden wir das nie erfahren, aber stellen Sie sich Folgendes vor: Vielleicht hätte ihnen ein Projekt gefallen, das Menschen hilft, Musik zu spielen, die sie sonst nicht hätten spielen können. Komponist:innen sind kreative, innovative Menschen. Sie experimentieren gerne mit neuen Methoden, und genau das tun wir auch.

Manche machen sich Sorgen, ob es in Ordnung ist, enharmonische Schreibweisen in der Musiknotation wegzulassen. Enharmonische Verwechslungen sind verschiedene Schreibweisen für dieselbe Taste auf der Tastatur, z. B. Fis (F#) oder Ges (G♭). Geht etwas Wesentliches verloren, wenn wir nicht wissen, ob eine bestimmte Note ursprünglich als Fis oder Ges notiert war? Musikwissenschaftler:innen und Musiktheoretiker:innen werden diese Frage unterschiedlich beantworten, aber das ist nicht der Punkt. Das Ziel der Tabulatur ist es nicht, alle Aspekte der ursprünglichen Notation wiederzugeben. Es geht vielmehr darum, Klavierspieler:innen zu helfen, die richtigen Tasten in der richtigen Reihenfolge zu drücken.

Auf jeden Fall wird auch in der herkömmlichen Notation nicht alles notiert. Sie bestimmt nicht, wie stark die einzelnen Tasten gedrückt werden müssen, und auch nicht das genaue Timing des Drückens und Loslassens der Tasten oder des Pedals. Das Wissen über enharmonische Schreibweisen wird Ihnen nicht helfen, ein:e großartige:r Musiker:in zu werden. Aber wenn Sie wissen wollen, ob Sie gerade ein Cis oder ein Des spielen, können Sie jederzeit in der Originalpartitur nachsehen.

Es gibt auch einen ästhetischen Aspekt. Die herkömmliche Notation ist schön, weil sie vertraut ist (im Allgemeinen mögen wir doch vertraute Dinge) und weil wir sie mit schöner Musik assoziieren. Wenn Ihnen unser Keyboard Trigram beim ersten Blick nicht gefällt, könnte der Grund dafür entweder mangelnde Vertrautheit oder eine fehlende Assoziation zwischen dem Aussehen der Notation und dem Klang guter Musik sein. Ihre Wahrnehmung wird sich ändern, wenn Sie anfangen, die Notation zu benutzen. In ähnlicher Weise finden Mathematiker:innen vielleicht bestimmte Diagramme schön, weil sie die zugrunde liegende Mathematik verstehen, andere hingegen nicht.

Interesse?

Wir wollen mehr darüber wissen, wie Pianist:innen mit Klaviertabulatur umgehen. Wenn Sie sich für das Thema interessieren und sich angesprochen fühlen, möchten wir etwas über Ihre Motivation, Ihren musikalischen Hintergrund, die Art von Musik, die Sie spielen möchten, was Sie brauchen, um Ihre Ziele zu erreichen, und so weiter erfahren. Um diese Fragen in einer qualitativen Studie zu beantworten, suchen wir Teilnehmer:innen, die an einer solchen empirischen Studie teilnehmen möchten und Klavier oder Keyboard nach Gehör spielen, bzw. keine herkömmliche Notenschrift lesen können.

Hier ist unser Angebot:

  • Wir werden Ihnen helfen, mit Klaviertabulatur neue Klavierstücke zu lernen.
  • Wir werden vertrauliche Aufzeichnungen über Ihre Fortschritte und die verschiedenen musikalischen und anderen Fragen führen, die Sie spontan während des Unterrichts ansprechen. Wir werden keine Interviews elektronisch aufzeichnen, es sei denn, Sie geben uns die Erlaubnis dazu.

In einer zukünftigen wissenschaftlichen Publikation werden die Ideen, die wir aus den Gesprächen mit Ihnen gewinnen, anonymisiert, damit Sie nicht identifiziert werden können. Die Ergebnisse der Studie werden Musikpädagog:innen dabei helfen, ihren Ansatz für diese Art von Unterricht weiterzuentwickeln und zu verbessern, damit mehr Menschen in den Genuss des Klavier- oder Keyboardspielens kommen können.

Zu Beginn werden wir Sie fragen, welche Stücke Sie lernen möchten. Wir vereinbaren dann einen Skype-Anruf, um Ihnen unsere Notation dieser Stücke vorzustellen und Ihnen bei den ersten Schritten zu helfen. Während des Anrufs sitzen wir beide an der Klaviertastatur. Später werden wir uns wieder unterhalten.

Der Projektleiter

Richard Parncutt ist Professor für Systematische Musikwissenschaft an der Karl-Franzens-Universität Graz in Österreich. Als Musiker (Bachelor of Music, University of Melbourne) ist er oft in der Vergangenheit als Solist aufgetreten (inkl. dreimal als Solist mit verschiedenen Amateurorchestern). Als Musikpsychologe hat er viele häufig zitierte Publikationen zum Thema Wahrnehmung musikalischer Strukturen, auch zum Ursprung der Musik und zur musikalischen Performanzforschung (siehe Google Scholar). Er war Mitglied der Music Notation Modernization Association (MNMA), als diese 1985 von Thomas Reed gegründet wurde, und hat zahlreiche alternative Notationsvorschläge geprüft. Weitere Informationen:

https://homepage.uni-graz.at/de/richard.parncutt/

Über unsere Klaviertabulatur

Keyboard Trigram wird auf der MNMA-Homepage hier vorgestellt:

http://musicnotation.org/system/keyboard-7-5-trigram-notation-by-richard-parncutt/

Keyboard Trigram wurde auch in einem Buchkapitel behandelt:

Parncutt, R. (1999). Systematic evaluation of the psychological effectiveness of non-conventional notations and keyboard tablatures. In Zannos, I. (Ed.), Music and Signs (pp. 146-174). Bratislava, Slovakia: ASCO Art & Science. 

Download:

https://homepage.uni-graz.at/de/richard.parncutt/research/chapters/

Beispiele

Für Beispiele unserer Klaviertabulatur, folgen Sie den Links unten. Wenn Sie möchten, dass wir ein bestimmtes Stück transkribieren, lassen Sie es uns wissen. Wenn Sie die Musik selbst transkribieren möchten, ist unsere App für jeden kostenlos erhältlich. Bitte schreiben Sie an keyboardtablature at gmail.com.

Kontakt

Sekretariat und Bibliothek
Glacisstraße 27, 1. Stock A-8010 Graz
Telefon:+43 (0)316 380 - 8162

Öffnungszeiten Bibliothek:
Mittwoch: 10:00 - 13:00 Uhr
Freitag: 11:00 - 14:00 Uhr

Ausgenommen an lehrveranstaltungs- und prüfungsfreien Tagen, sowie in den Ferien.

Kontakt

Zentrumsleiter Univ.-Prof. Dr. Richard Parncutt Telefon:+43 (0)316 380 - 8161

Web:https://homepage.uni-graz.at/de/richard.parncutt/

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